Seit 2025 gehört die handwerkliche Brennkunst zum Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Gewürdigt wird damit ein Handwerk, das Wissen über Früchte, Gärung, Destillation und Lagerung über Generationen weitergibt. Für uns bei bergbrand 555 ist das ein Anlass, genauer auf die Arbeit hinter einer Flasche zu schauen.
Ein Handwerk, das Erfahrung braucht
Ein guter Obstbrand beginnt lange vor dem Brennen. Welche Früchte sind reif? Wie gesund ist das Obst? Wann sollte die Maische angesetzt werden? Solche Entscheidungen lassen sich nicht allein an einem Rezept ablesen. Sie verlangen Aufmerksamkeit und Erfahrung.
Auch am Kupferkessel zählt das Gespür des Brenners. Die Destillation bestimmt mit, welche Aromen im Brand erhalten bleiben. Danach braucht das Destillat Zeit, bis sich sein Geschmack entwickelt hat und es abgefüllt werden kann.
Streuobstwiesen gehören dazu
Handwerkliche Brennereien sind häufig eng mit ihrer Region verbunden. Obst von Streuobstwiesen spielt dabei eine besondere Rolle. Alte Apfel- und Birnensorten bringen unterschiedliche Aromen mit und geben sortenreinen Bränden ihren Charakter.
Wer diese Früchte verarbeitet, schafft zugleich einen Grund, die Bäume weiter zu pflegen und das Obst zu ernten. Die Deutsche UNESCO-Kommission hebt diesen Zusammenhang zwischen Brennkunst, Streuobstlandschaften und biologischer Vielfalt ausdrücklich hervor.
Was das für uns auf der Ostalb bedeutet
Unsere Brennerei liegt auf 555 Metern Höhe in Straßdorf bei Abtsgmünd. Die Streuobstwiesen rund um den Hof sind die Grundlage vieler unserer Brände. Wir verarbeiten die Früchte in kleinen Chargen und brennen auch einzelne Sorten getrennt. Je nach Ernte kann ein Brand dabei von nur einem Baum stammen.
Uns interessiert, was die jeweilige Frucht mitbringt: ihre Reife, ihr Duft und die Unterschiede von Sorte zu Sorte. Dieses Wissen wächst mit jedem Jahrgang und mit der Arbeit auf der Wiese und in der Brennerei.
Anerkennung für ein lebendiges Handwerk
Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis betrifft die handwerkliche Brennkunst als kulturelle Praxis. Sie ist keine Auszeichnung einzelner Brennereien oder Produkte. Im Mittelpunkt stehen das Weitergeben von Wissen, die Pflege regionaler Traditionen und die Menschen, die das Handwerk ausüben.
Wir freuen uns, dass diese Arbeit Aufmerksamkeit bekommt. Wer sie kennenlernen möchte, findet bei uns sortenreine Brände und auf unserer Wissensseite eine Erklärung, wie sich Brand, Geist und Likör unterscheiden. Einen Einblick in unseren Alltag gibt es unter Über uns.
Quelle und weitere Informationen: Deutsche UNESCO-Kommission: Handwerkliche Brennkunst, Aufnahmejahr 2025.
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